Petur Blöndal befindet sich im Krieg. Im Finanzkrieg. Der Vorsitzende des Finanzausschusses des isländischen Parlaments weiß, dass er den Krieg bereits verloren hat. Island steht kurz vor dem Bankrott. Jetzt hat Blöndal Angst vor einem zweiten Versailles. Mit noch schlimmeren Folgen für seine kleine Inselrepublik.
Die Forderungen Großbritanniens und der Niederlande an Island seien um ein Vielfaches höher als die Bürde, die Deutschland im Vertrag von Versailles nach dem Ersten Weltkrieg auferlegt wurde, sagt Blöndal. "Island droht pro Kopf zweimal so viel zahlen zu müssen wie damals Deutschland." Er rechnet vor: Wenn die Isländer das ganze Geld, das britische und niederländische Sparer auf isländischen Bankkonten angelegt haben, zurückzahlten, dann ergebe das eine Summe von acht Milliarden Euro. "Auf die knapp 300.000 Einwohner Islands umgerechnet sind das 25.000 Euro pro Kopf", so der Politiker. In Versailles seien pro Deutschen umgerechnet zwei drittel Kilo Gold gefordert worden. Das entspreche beim Goldpreis rund 12.000 Euro. Mit Deutschland und Zahlen kennt sich Blöndal aus. In Köln hat er Mathematik studiert.
Der strittige Vergleich zeigt, in welcher Misere Island
steckt. Wenn die Briten ihre Forderungen durchsetzen, würde Island darunter
jahrzehntelang leiden, so Blöndals Botschaft. "Wir müssten die Steuern
drastisch erhöhen, die jungen und qualifizierten Leute würden auswandern. Wir
könnten diese Summe gar nicht bezahlen. So wie Deutschland damals."“
Soweit die Meldung
Nun äußere ich mich zu Deutschlands gegenwärtigen
Schulden. 1,5 Billionen Euro. Dazu kommen nun noch mal fast 0,5 Billionen Euro für
das Rettungspaket der Banken, also 2 Billionen Euro Staatsschulden. Pro Kopf
sind das bei 82 Millionen Menschen: 24390 Euro. Nehmen wir nur die Zinsen, die
jedes Jahr den Haushalt belasten, welche direkt über Steuern finanziert werden
müssen, so zahlen die Deutschen pro Kopf 732 Euro jedes Jahr nur zur Zinslast,
ohne dass sie abzahlen würden. Also Deutschland hat sein 2. Versailles schon längst
in doppelter Form, aber hausgemacht. Das geht nicht raus, das bleibt hier, wo
die Schulden herkommen. Stimmt das so?
Könnten wir unsere Schulden nicht längst bezahlt haben,
wenn wir nicht in die EU so viel pumpen würden? Wie viel ist das eigentlich?
Jedes Jahr wandern aus Deutschland an die Stützung des Euro und an die EU-Zentrale in Brüssel rund 220 Milliarden Euro hinaus (angenäherte Zahl an die Berechnungen von Prof. Hankel, 180 Milliarden Euro allein zur Härtung des Euro, der in der EU ständig erweicht wird). Das sind 2683 Euro pro Kopf. Alle 5 Jahre ein Versailles! Deshalb sind in Deutschland ständig neue Steuern in Erfindungsbereitschaft. Allerdings waren die Deutschen damals ärmer als jetzt. Ein Weilchen werden die Europäer und die USA noch auf unsere Kosten leben können, bevor wir dicht machen müssen, weil die Armut wieder vergleichbar sein wird. Man bedenke nur die Zeitarbeiter. Damals hießen sie ganz einfach Tagelöhner. Neue Worte für bekannte Dinge, damit nur genug Sand in unseren Augen rieselt.