Etwas Historisches

Ohne hier meinen Lebenslauf veröffentlichen zu wollen, möchte ich einige wichtige Punkte angeben. Ich bin Physiotherapeutin mit dem Fachschulabschluss an der Medizinischen Akademie Dresden.

Meine Tätigkeiten in Krankenhäusern und in der Rehabilitation vermittelten mir einen reichen Erfahrungsschatz.

In den Zeiten der Wende wollte ich mich selbständig machen. Ich verzichte hier auf die vollständige Darstellung der Suche nach Praxisräumen in der Auseinandersetzung mit örtlichen Behörden bis ich schließlich von einem Vermieter hörte, welchem eine Physiotherapie willkommen sei. Jener Hauseigentümer stand völlig allein da und wagte trotzdem alles. Er bekam nicht einmal Fördermittel, weil er zu früh mit dem Bau begonnen hatte, nämlich im September 1991.

Die Heilige-Grab-Straße war im unteren Teil, wo meine Praxis entstehen sollte, von DDR-Behörden zum Abriss freigegeben worden. Die neuen Behörden wollten jedoch den historischen Teil erhalten. Alle Häuser waren leer. Das erste und einzige Haus, das rekonstruiert wurde, war also das Haus für meine Praxis. Nach langem Hin und Her durch Akten und Probleme konnte ich am 15. Januar 1992 meine selbständige Tätigkeit beginnen.

Meine Praxis für Physiotherapie hatte sich bis 2004 gut entwickelt. Die neueren radikalen Einschränkungen im Gesundheitswesen lassen mich allerdings schwarz sehen. Während sich in den 90ern die Patienten im Warteraum nur so drängelten, gehen jetzt meine Mitarbeiterinnen und ich  immer mehr zu den ärztlich verordneten Hausbesuchen bei den Schwerstkranken. Aber auch denen will man durch die Richtgrößen die Verordnungen wegnehmen. Die einstige Zusage der Gesundheitsministerin, wer medizinisch versorgt werden muss, soll auch die Versorgung erhalten, stellt sich als Lüge heraus.

Heute ist die Straße rekonstruiert und zählt mit der einzigartigen Nachbildung des Heiligen Grabes zu den Sehenswürdigkeiten meiner sehenswerten Heimatstadt Görlitz an der Neiße.